12.05.2015 |   "die Gelbe"

Schwein

Es ist schwer, Kontakt aufzubauen - ich sehe das Bild der Massentiehaltung vor mir, wie ein rosafarbenes Schweinchen verstört an einer Metallkette herumnagt.

Ein Wildschweineber erscheint mir, mit dem ich schon einmal gesprochen habe:

Dieses Elend seid ihr. Ihr seid selbst wie diese Kreaturen: abgeschottet, steril und völlig entfremdet.
Du frägst Dich warum Du Dir schwer tust dieses Bild zu ertragen?
Weil es ein Spiegel von dem ist, was viele von euch darstellen. Die Dinge, die Du nicht sehen willst haben einen Bezug zu Dir.

Welchen Bezug hat dieses Schwein in Gefangenschaft zu mir?

In deinem Fall stellt sich die Frage: Woran beisst Du Die die Zähne aus?
Wie bereichernd ist das Umfeld, in dem Du Dich bewegst?
Du beisst an den Gittern, hinter die Du Dich selbst gestellt hast.

Oh maaaaan.
Ja klingt einleuchtend aber auch mal wieder nach Arbeit.
Was heisst das jetzt für mich? Soll ich alles hinschmeissen? Mein Leben, mein Job, mein... ach was weiss ich – alles eben?

Begreife die Dimension von Freiheit und Inspiration.
Nicht durch das was Du tust erlangst Du Freiheit - vielmehr über den Weg, wie Du denkst.

Ich habe das Gefühl, ich denke sehr liberal - in Möglichkeiten...

Ja, Du spielst sie gerne durch – Deine Möglichkeiten.
Eure Eventualitäten reichen von A-Z.
Und? Ändert sich etwas? NEIN!
Du sagst lediglich: „Anstatt an der Kette könnte ich mir auch die Zähne an der Stange ausbeissen. Mh, ja, das könnte ich....diese Freiheit habe ich immerhin...“
Das ist doch armselig!

Was soll ich denn tun? Ich habe das Gefühl, ich bin viel flexibler als Du es gerade darstellst.

Deine Art zu denken beschränkt Dich. Deine Fragen sind nicht zielführend.

(Ich verstehe, dass ich anders fragen muss und gehe in mich - verlasse das Gespäch teilweise, um mich zu sammeln. In Bildern werden mir jetzt Situationen gezeigt, die Sinnbildlich zu verstehen sind)


Okay. Ich habe etwas verstanden: Das Schweinchen muss den Waldboden  in Gedanken riechen, damit es sich aus dem sicheren Stall entfernt.... das bedeutet, ich muss die Dinge visualisieren, die ich mir vorstelle, ohne die Beschränkungen aus meinem Alltag einzurechnen. Gut. Und weiter? Das mit der Zeit finde ich noch interessant: wie kann ich das machen, dass ich im Hier und Jetzt bin?

Nicht an Vergangenheit und Zukunft denken.

Aber ist das nicht doof? Das heisst ja ich lerne nicht aus meinen Fehlern und gehe blind in die Zukunft?

Deine Seele hat gelernt. Dein Herz weiss was es braucht.
Lediglich dein Kopft wälzt die Dinge unnötig und beschränkt Dich. Freiheit ist frei - auch von Beschränkungen.

Okay. Also einfach Sein und Vertrauen? Nicht so einfach...

Ja, das ist der Knackpunkt.

Vertrauen?

Ja.

Warum?

Du glaubst, Du kannst die Dinge verändern oder abwenden, wenn Du vorsichtig bist. Wieder dieses herumbeissen auf der Kette, die Du Sicherheit nennst.

So habe ich es noch gar nie gesehen.

Tja.

Kannst Du mir etwas zu meinen  Rückenproblemen sagen?

Was möchtest Du wissen?

Warum habe ich sie? Gibt es einen Grund oder ist das "einfach so" passiert?

Nichts passiert "einfach so".

Also, kannst Du es mir sagen? Was soll ich tun? Auf was macht mich mein Rücken aufmerksam?

Alles steht in Abhängigkeit. Der Körper steht mit der Seele in Verbindung. Seelen stehen miteinander in Verbindung. Einmal sind es seelische Übertragungen zum anderen Korrekturen in Deinem Lebensweg, teilweise auch karmische Prozesse. Bei Dir steht der Rücken im Zusammenhang mit Vertrauen. Wenn Du aus Deinem Körper hinausgehst, wenn Du Dich als Eins aus allem denkst, dann kann Dich niemand verraten.

Ich bin gerade sprachlos. Das fühlt sich sehr wahrhaftig an. So habe ich es noch nie betrachtet... ich dachte immer, dass es mit Druck oder "Rückrat haben" oder so zusammenhängt....

Das ist nur eine Begleiterscheinung des Vertrauensthemas.

Soll unser Gespräch für andere sichtbar sein?

Ja – es gibt andere, die ähnliche Themen haben wie Du.

Geht es darum? Dass wir unsere Prozesse mit anderen teilen?

Ja.
Indem ihr sie verarbeitet und zugänglich macht ermöglicht ihr anderen deren eigene Heilung zu unterstützen. Darum geht es: Heil werden.
Nur was heil ist, kann wachsen.
Dies ist auch die Essenz unseres Gespräches.

Ich danke Dir – sehr.

Das weiss ich. Danke jedoch nicht mir. Danke uns.